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Pressemitteilung: Keine Straße den Kolonialverbrecher*innen: Wissmannstraße in Berlin-Grunewald umbenennen. Kolonialismus demaskieren. Gedenkorte in Charlottenburg-Wilmersdorf und Berlin schaffen.

Die Linksfraktion in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf fordert das Bezirksamt auf, die nach dem kolonialrassistischen „Afrikaforscher“ und Kriegsverbrecher Hermann von Wissmann benannte Wissmannstraße in Berlin-Grunewald umzubenennen. Gemeinsam mit dem NGO-Bündnis „Decolonize Berlin“ und anderen Selbstorganisationen von People of Colour und Schwarzen Menschen in Berlin soll nach einer Person, die sich gegen den von Deutschland ausgehenden Kolonialismus und Rassismus engagiert hat gesucht werden, nach dem*der die Straße umbenannt werden soll.

Mit der Umbenennung der Wissmannstraße soll eine Informationsstele o.ä. errichtet werden, auf der über die Person Wissmanns, die Gründe für die Umbenennung und die*den neue*n Namensgeber*in aufgeklärt wird. In der Wissmannstraße oder einem anderen geeigneten Ort im Bezirk soll ein angemessenes Gedenken an die Kolonialgeschichte des Bezirks und Berlins geschaffen werden.

Anders als das kommentierte Verzeichnis der Berliner Straßennamen für den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf schreibt, wurde die Straße nach Wissmann nicht aufgrund seiner „Reiseberichte“ als „Afrikaforscher“ benannt, sondern weil unter seiner Leitung die blutige Niederschlagung des von den Deutschen so genannten „Araberaufstandes“ in Deutsch-Ostafrika 1889/1890 erfolgte.

Bisher haben weder Bund noch Land sich darum bemüht, die Spuren des Kolonialismus in Berlins öffentlichem Raum kritisch zu kommentieren oder die Geschichte(n) Schwarzer Menschen und People of Colour und ihres Widerstands gegen Rassismus sichtbar zu machen. Es fehlt ein stadtweites Gedenkkonzept, das die Erinnerungsorte in den Stadtbezirken im Zusammenhang begreifbar macht. Es ist eine Schande, dass bisher noch nichts unternommen wurde.

Wir sind zuversichtlich, dass auf der Senatsebene mit Klaus Lederer als Kultursenator von Berlin, endlich ein Umdenken und eine Positionsverschiebung stattgefunden hat und hoffen darauf, dass schnellstmöglich ein stadtweites Gedenkkonzept entwickelt wird, an dessen Ausarbeitung Selbstorganisationen von Rassismus betroffener Menschen beteiligt werden.

Postkoloniale und rassistische Strukturen sind tief im Denken und Handeln verankert und müssen täglich und im andauernden Kampf offengelegt und dekonstruiert werden. Das aktive Vorgehen des Bezirks in diesem Einzelfall und die Entwicklung eines stadtweiten Konzepts für Berlin stärken die antirassistische und antikolonialistische Bewegung – vor dem Hintergrund der Wahlerfolge rechtsextremer Parteien, der Häufung von antisemitischen und rassistischen Angriffen und der Leugnung historischer Schuld und Verantwortung ist konsequentes Handeln wichtig.

 

Niklas Schenker

Fraktionsvorsitzender DIE LINKE in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf

Kontakt: niklas-schenker@linksfraktion-cw.de


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