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Verkehr

Jährlich werden zahlreiche Fußgänger:innen und Radfahrer:innen durch Autoverkehr in Charlottenburg-Wilmersdorf verletzt oder getötet. Der Grund ist eine Verkehrsinfrastruktur, die schwächere Verkehrsteilnehmer:innen gegenüber Kraftfahrzeugen vernachlässigt. Hier muss der Bezirk endlich mehr tun, denn der Umbau der autogerechten hin zu einer menschengerechten Stadt geht entschieden zu langsam voran. Viele Fahrradwege im Bezirk stammen aus den 1960er Jahren, sie sind zu schmal und meist kaputt. Hauptstraßen wie  der Ku‘damm haben gar keinen Fahrradstreifen. Das Geld für den Ausbau und die Sanierung von Radwegen stünde dem Bezirk seitens der Landesebene zur Verfügung, doch ruft er es nicht ab. Viele Anwohner:innen haben angesichts der Untätigkeit des Bezirksamts keine Geduld mehr. Sie schließen sich in Initiativen zusammen und kämpfen beispielsweise für eine Verkehrsberuhigung nach dem in Barcelona erprobten Konzept der „Superblocks“. Wir möchten sie dabei unterstützen und endlich dafür sorgen, dass der Raum in unseren Kiezen zugunsten aller Menschen umverteilt wird und Anwohner:innen diese kreativ als Begegnungszonen gestalten können.

Unsere verkehrspolitischen Initiativen:


Neuer Anlauf für autofreie Havelchaussee

Mit Stimmenmehrheit von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE. wurde 2020 in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf die autofreie Havelchaussee beschlossen – passiert ist außer Zuständigkeitspingpong seither jedoch nichts. Um die Straße endlich für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen sicher zu gestalten, startet die Fraktion DIE LINKE. einen neuen Anlauf und fordert in der morgigen BVV die Anordnung und Kontrolle eines Durchfahrtsverbots.

Dazu erläutert Frederike-Sophie Gronde-Brunner, Ko-Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Umwelt und Verkehr der Linksfraktion in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf: „Die von Bürger:innen und Verbänden geforderte Sperrung der Havelchaussee für den Durchgangsverkehr wurde trotz Zuständigkeiten der Grünen im Bezirk und Senat noch immer nicht umgesetzt. Aufgrund der starken Nutzung als Autobahnumfahrung und in Ermangelung eines sicheren Radwegs besteht für Ausflügler:innen und Sportler:innen hier noch immer akute Lebensgefahr.

Die Anordnung eines Durchfahrtsverbots mit gleichzeitigen, engmaschigen Kontrollen und anschließender Auswertung der Einhaltung gemeinsam mit Steglitz-Zehlendorf und Spandau soll ein erster Schritt sein. Sollte das Verbot durch Autofahrer:innen ignoriert werden, muss eine bauliche Sperrung folgen. Von den nun grünen Bürgermeisterinnen in Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf fordern wir die zügige Umsetzung einer vom Durchgangsverkehr befreiten Havelchaussee – klimagerechte Umverteilung des öffentlichen Raums zugunsten des Fuß- und Radverkehrs sowie des ÖPNV jetzt!“