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Verkehr

Jährlich werden zahlreiche Fußgänger:innen und Radfahrer:innen durch Autoverkehr in Charlottenburg-Wilmersdorf verletzt oder getötet. Der Grund ist eine Verkehrsinfrastruktur, die schwächere Verkehrsteilnehmer:innen gegenüber Kraftfahrzeugen vernachlässigt. Hier muss der Bezirk endlich mehr tun, denn der Umbau der autogerechten hin zu einer menschengerechten Stadt geht entschieden zu langsam voran. Viele Fahrradwege im Bezirk stammen aus den 1960er Jahren, sie sind zu schmal und meist kaputt. Hauptstraßen wie  der Ku‘damm haben gar keinen Fahrradstreifen. Das Geld für den Ausbau und die Sanierung von Radwegen stünde dem Bezirk seitens der Landesebene zur Verfügung, doch ruft er es nicht ab. Viele Anwohner:innen haben angesichts der Untätigkeit des Bezirksamts keine Geduld mehr. Sie schließen sich in Initiativen zusammen und kämpfen beispielsweise für eine Verkehrsberuhigung nach dem in Barcelona erprobten Konzept der „Superblocks“. Wir möchten sie dabei unterstützen und endlich dafür sorgen, dass der Raum in unseren Kiezen zugunsten aller Menschen umverteilt wird und Anwohner:innen diese kreativ als Begegnungszonen gestalten können.

Unsere verkehrspolitischen Initiativen:


Ost-West-Radschnellverbindung jetzt als Pop-Up-Radweg umsetzen!

Der Bau der Ost-West-Radschnellverbindung von Spandau durch Charlottenburg, über Mitte in den Berliner Osten verzögert sich weiter. Baubeginn soll nach Auskunft der Senatsverwaltung erst 2026 sein, die Fertigstellung ist für 2030 geplant. Die Linksfraktion Charlottenburg-Wilmersdorf fordert in einem Antrag in der BVV, den Abschnitt durch den Bezirk jetzt als Pop-Up-Radweg umzusetzen.

Dazu erklärt Frederike-Sophie Gronde-Brunner, Ko-Vorsitzende und Sprecherin für Verkehr der Linksfraktion Charlottenburg-Wilmersdorf:

„Baubeginn 2026, Fertigstellung voraussichtlich 2030 – das klingt nach einem schlechten Scherz für alle Pendler:innen, die mit dem Rad durch die Stadt unterwegs sind. So lange kann die Verkehrswende in Berlin unmöglich warten. Die Infrastruktur für Radfahrer:innen muss jetzt ausgebaut werden, wenn wir es mit Vision Zero, einer nachhaltigen Verkehrswende und der Einsparung von mindestens 70 Prozent CO2-Emmision bis 2030 ernst meinen wollen.

Daher fordern wir das Bezirksamt auf, sich für die schnelle Ausweisung eines Pop-Up-Radweg entlang der mehrspurigen Heerstraße, des Kaiserdamms und der Bismarckstraße einzusetzen. Besonders auf der Bismarckstraße mit fünf Autospuren ist hierfür genügend Platz vorhanden. Bis zur endgültigen Fertigstellung der Radschnellverbindung wäre so kostengünstig und mit einfachen Mitteln ein Anfang für sicheres und klimaschonendes Pendeln gemacht.