Verkehr
Jährlich werden zahlreiche Fußgänger:innen und Radfahrer:innen durch Autoverkehr in Charlottenburg-Wilmersdorf verletzt oder getötet. Der Grund ist eine Verkehrsinfrastruktur, die schwächere Verkehrsteilnehmer:innen gegenüber Kraftfahrzeugen vernachlässigt. Hier muss der Bezirk endlich mehr tun, denn der Umbau der autogerechten hin zu einer menschengerechten Stadt geht entschieden zu langsam voran. Viele Fahrradwege im Bezirk stammen aus den 1960er Jahren, sie sind zu schmal und meist kaputt. Hauptstraßen wie der Ku‘damm haben gar keinen Fahrradstreifen. Das Geld für den Ausbau und die Sanierung von Radwegen stünde dem Bezirk seitens der Landesebene zur Verfügung, doch ruft er es nicht ab. Viele Anwohner:innen haben angesichts der Untätigkeit des Bezirksamts keine Geduld mehr. Sie schließen sich in Initiativen zusammen und kämpfen beispielsweise für eine Verkehrsberuhigung nach dem in Barcelona erprobten Konzept der „Superblocks“. Wir möchten sie dabei unterstützen und endlich dafür sorgen, dass der Raum in unseren Kiezen zugunsten aller Menschen umverteilt wird und Anwohner:innen diese kreativ als Begegnungszonen gestalten können.
Unsere verkehrspolitischen Initiativen:
A100-Vollsperrung: Chaos verhindern – Busspuren freigeben!
Seit drei Wochen ist die A100 wegen des Abrisses der maroden Ringbahnbrücke voll gesperrt – auch der Ringbahnverkehr ist nun unterbrochen. Die umliegenden Kieze wie Westend und Klausenerplatz leiden unter massivem Ausweichverkehr, während ÖPNV-Nutzer:innen lange Umwege in Kauf nehmen müssen. Der Schienenersatzverkehr wird wegen des Verkehrschaos umgeleitet – und hält nicht einmal an den betroffenen S-Bahn-Stationen.
Frederike-Sophie Gronde-Brunner, Ko-Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Verkehr:
„Es ist völlig unverständlich, dass die Autobahn GmbH und der Senat bis heute kein Umfahrungskonzept vorgelegt haben – während die Kieze im Verkehrschaos versinken und unter massivem Lärm leiden. Dass der Schienenersatzverkehr nun wegen ebendiesem Chaos Umwege fahren muss, ist komplett absurd. Wer auf den ÖPNV angewiesen ist, muss teils lange Strecken zu Fuß zurücklegen – besonders für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist das unzumutbar.
Deshalb fordern wir: Parkstreifen sofort als Pop-up-Busspuren freigeben! Damit Busse und Ersatzverkehr nicht im Stau stecken und Radfahrende sicher unterwegs sind.
Die Senatsverwaltung muss jetzt handeln und gemeinsam mit dem Bezirk und den Anwohner:innen ein Umfahrungskonzept auf die Beine stellen. Regelmäßige Informationen vor Ort sind das Minimum – wir fordern darüber hinaus eine sofortige Einwohner:innenversammlung, um gemeinsam mit den Menschen vor Ort bedarfsgerechte Lösungen zu entwickeln.“
