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Jährlich werden zahlreiche Fußgänger*innen und Radfahrer*innen durch Autoverkehr in Charlottenburg-Wilmersdorf verletzt oder kommen zu Tode. Der Grund ist eine Verkehrsinfrastruktur, die schwächere Verkehrsteilnehmer*innen gegenüber Kraftfahrzeugen vernachlässigt. Hier muss der Bezirk endlich mehr tun. Der Umbau der autogerechten Stadt hin zu einer menschengerechten geht entschieden zu langsam voran. Viele Fahrradwege im Bezirk stammen aus den 1960er Jahren, sie sind zu schmal und meist kaputt. Hauptstraßen wie die Kantstraße und der Ku‘damm haben gar keinen Fahrradstreifen. Bei Straßensanierungen werden noch häufiger die Fahrbahnen erneuert als die Radwege. Das verkehrspolitische Netzwerk „Menschengerechte Stadt“ macht mit seinen Vorschlägen deutlich, dass wir den Raum in unseren Kiezen umverteilen müssen, zugunsten aller Menschen.

Deshalb fordern wir:

  • Wir brauchen endlich einen gesamtheitlichen Plan für den Ausbau eines nachhaltigen Verkehrswegenetzes. Bisher werden nur einzelne Straßen betrachtet, doch fehlt es im Bezirk an einem Gesamtkonzept für den Radwegeausbau. Dazu gehört auch die Reduzierung der Fahrstreifen, z. B. auf der Bundesallee, Hohenzollerndamm, Uhlandstraße und Mecklenburgischen Straße und die Einführung von Fahrradstreifen auf dem Ku‘damm und der Kantstraße.
  • Wir wollen ein breit angelegtes Projekt für den Ausbau verkehrsberuhigter Kieze entwickeln. Dazu gehört neben der Aufstellung von Parklets auch ein Modellprojekt für eine Begegnungszone im Bezirk. Um die Lebensqualität in den Kiezen zu erhöhen, wollen wir durch Verkehrsberuhigung Stadtplätze als Kiez-Zentren für Begegnung und Erholung herstellen. Wir unterstützen die Pläne von Bürger*innen, einen solchen Stadtplatz oder eine verkehrsberuhigte Zone für die Kreuzung Horstweg/Wundtstraße zu entwickeln.
  • Deckel drauf: Wir wollen die A100, dort wo sich Gestaltungsräume bieten, mit Sozialwohnungen und Gemeinschaftsgärten überbauen.
  • Im Bezirk braucht es mehr Fahrradstationen und feste Abstellflächen für E-Scooter und Leihfahrräder - auf Straßen und nicht auf Gehwegen! Die Daten der Nutzer*innen von Sharing-Angeboten müssen vor Profitgier gesichert werden – Datensouveränität für Sharing-Nutzer*innen.
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