Unsere Anfragen in der BVV
Bildungsgleichheit im Bezirk: mehr Gemeinschaftsschulen als Ziel des gesamten Bezirksamts?
Große Anfrage BV Zetsche, BVV am 19.02.2026
Die Große Anfrage beantwortet das Bezirksamt wie folgt:
1. Welche konkreten Zeit- und Umsetzungspläne hat das Bezirksamt für die Schaffung weiterer Gemeinschaftsschulen (durch Umwandlung oder Neugründung an welchen Standorten!)
2. Haben sich die Schulgemeinschaften bzw. die jeweiligen Schulkonferenzen der folgenden Schulen (Wald-Grundschule/Wald-Gymnasium, Peter-Ustinov-Schule, Reinfelder-Schule) bereits zu einer Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule geäußert? Wenn nein, weldhe Anreize zur Umwandlung will das Bezirksamt setzen und inwiefern steht das Bezirksamt im Austausch mit den jeweiligen Schulen, um auf eine Umwandlung hinzuwirken?
Für die Schaffung weiterer Gemeinschaftsschulplätze werden im Schulamt folgende Pläne geprüft:
Weiterentwicklung der Reinfelder-Schule zu einer Gemeinschaftsschule. Die Reinfelder-Schule wird im Regelbereich von einer 2-zügigen Grundschule zu einer Gemeinschaftsschule 2-3 mit eine Verbundoberstufe (Sek II) zusammen mit der ISS Peter-Ustinov hochwachsen. Der Aufbau der Sek I soll ab dem Schuljahr 2026/27 zuerst mit zwei siebten Klassen und ab dem Schuljahr 2027/28 3-zügig im Sek I – Bereich aufwachsen. Die Schulkonferenzbeschlüsse liegen von beiden Schulen vor. Der Bezirksschulbeirat wurde beteiligt und der BA-Beschluss erfolgte am 17.02.2026.
Am Standort der ISS Peter-Ustinov soll ein Erweiterungsbau entstehen, in dem eine zweizügige Primastufe Platz finden soll. Siehe I-Planung 3702 – 70101. Damit entsteht die Möglichkeit am Standort durch die aufwachsende Primarstufe eine Gemeinschaftsschule zu entwickeln. Ein entsprechender Schulkonferenzbeschluss der Peter-Ustinov-Schule aus dem Jahr 2019 liegt vor. Eine mögliche Finanzierung aus der I-Planung ist auf nach 2032 verschoben.
Der Standort der Wald-Grundschule und des Wald-Gymnasiums würde sich aus schulplanerischer Sicht bestens für eine Gemeinschaftsschule eignen. Mit beiden Schulen wurde bereits über die Möglichkeit gesprochen. Eine Herausforderung ist die Schaffung von ISS-Schulplätzen am Standort, da ein Zusammenschluss zu einer Gemeinschaftsschule nur zwischen einer ISS und einer Grundschule möglich ist. Zur Zeit werden mit den Schulen Gespräche über die Entwicklungsperspektiven des Standortes geführt.
Am Standort der Sömmeringstraße 29 auf dem Parkplatz der Sporthalle wird ein Neubau einer ISS in Mehrfachnutzung geplant. Baubeginn soll 2032 sein. Hier ist es vorstellbar, dass die anliegende Mierendorff-Grundschule sich zu einer Gemeinschaftsschule weiterentwickeln könnte. Erste Gespräche mit der Schulleitung diesbezüglich wurden bereits geführt, allerdings erst auf informeller Ebene. Auch auf Anwohnerveranstaltungen wurden diese Überlegungen bereits erwähnt. Aufgrund des zeitlichen Abstands sind die Gespräche aber noch nicht konkret.
3. Welche Herausforderungen sieht das Bezirksamt für die Schaffung weiterer Gemeinschaftsschulen im Bezirk und steht das Bezirksamt geschlossen hinter dem 2019 formulierten Ziel, „an geeigneten Schulstandorten selbstverständlich auch die Weiterentwicklung hin zu einer Gemeinschaftsschule (zu) unterstützen“ (1) sowie die Aussage in der Zählgemeinschaftsvereinbarung „die Umsetzung einer Gemeinschaftsschule mit Kita durch den privaten Träger der Schele-Schule im ehemaligen Anbetungskloster St. Gabriel“ zu unterstützen?
Die Schele-Schule ist eine Schule in freier Trägerschaft. Das Schulamt hat hier keinen gesetzlichen Auftrag für die Weiterentwicklung des Schulstandortes. Vielmehr muss hier der zuständige Schulträger (Senat) diese Entwicklung vorantreiben. Das Bezirksamt kann hier im Bereich der Kommunikation zwischen freien Schulträger und der zuständigen Senatsverwaltung unterstützend helfen.
Grundsätzlich besteht die Herausforderung bei der Schaffung von Gemeinschaftsschulplätzen geeignete Standorte zu finden, an dem möglichst zwei Schulen an einem gemeinsamen Campus zusammenwachsen können bzw. ein Standort ausreichend Platz bietet durch zusätzlich Ergänzungsbauten die baulichen Voraussetzungen zu schaffen. Zudem sollte auch die Schule bzw. die Schulen die Weiterentwicklung wünschen und anstreben.
Mit freundlichen Grüßen
Heike Schmitt-Schmelz
